Was sich neckt das … Warum es nichts mit Liebe zu tun hat!

Schlagfertigkeit ist sexy. Verbalgewalt, ob als Balzakt, Beziehungsroutine oder allgemeine Interaktion, … ist ein Spiel in privaten Grenzbereichen. Erlaubt mir mir, erneut über unsere Grenzen zu schreiben. Lesen und annehmen, dieser bahnbrechenden Erkenntnis, liegt dann bei Euch selbst.

Sprüche Klopfen – weil es Spaß macht?!
Aus eigenen Erfahrungen, habe ich ein Talent, mich selbst sehr angesprochen zu fühlen von derartigen sozialen Interaktionen. Schon früh lernte ich mich zu wehren, verbal zurückzuschlagen. Früh lernte ich auch, dass es dabei oft um Hierarchie ging und unsichtbare Grenzen. Die waren irgendwann überschritten und aus dem Spiel wurde ernst. Entweder für mich, oder die Anderen.

„Jetzt ist aber mal gut!“

Jeder spielt den Schlagabtausch nach eigenen Regeln, eines ergibt das andere.
Scheinbar macht es einigen von uns offiziell Spaß, sich dissen zu lassen und zurück zu speien.
Dabei bewegt man sich an einer gefährlichen Grenze der Selbstachtung und dem Respekt gegenüber seiner Mitmenschen. Zunehmend wird der Ton aggressiver und es zeichnet sich eine stetig sich steigernde psychopathische Taktikpraxis in der Gesellschaft ab. Aus unreflektierter Wut und Angst wird das zwischenmenschliche Verbal-Kräftemessen in der Freizeit oder/und im Job. Eine der tickenden Zeitbomben der Antisozialisierung.

„Habe ich das, gerade wirklich gesagt?“
Ist die Grenze erstmal überschritten, merken es die Duellanten oft zeitversetzt. Dann heißt es:

„War doch nicht so gemeint!“
„Warum hast du dich denn jetzt so?“
„Was hab ich denn jetzt auf einmal verkehrt gemacht?“

Dies sind keine Entschuldigungen, es sind überschrittene Grenzen, unsoziales Verhalten. Je näher man sich kennt, umso offensichtlicher werden die Wunden des anderen und der Respekt sinkt jedes mal ab, treffen wir genau da rein. Die Grenzen verschieben sich, das Spiel muss gesteigert werden, unbeachtet von der allgemeinen Gemütsverfassung. Einer wird dabei unter Zugzwang und Druck gesetzt, herausgefordert. Wenig später hört man dann eben.

„Gestern hast du doch auch gelacht, bei dem Spruch über deine Mutter!“
„Du hast doch selbst gesagt, dass du darin nicht so gut bist!“
„Du bist doch auch wirklich ein bisschen schusselig!“
„Hey, das war doch nur Spaß!“

Offensichtlich verbindet diese Paare ihre Neckereien, doch in Wahrheit gewinnt einer ein Spiel und verliert dabei den, der verliert. Es geht also um Macht, versteckte Dominanz und Vertrauensauslotung. Grenzen testen. Macht das zwischenmenschlich Sinn? Für Psychopathen ja aber erfüllt das seine Funktion einen gesunden Selbstwert zu erhalten?
Nein!
Nutzt die Zeit, um euch nette Dinge zu sagen, zuzuhören oder gemeinsam zu schweigen. Eure Beziehung wird sich besser halten und gestalten als je zuvor. Mit aufrichtiger Liebe (Respekt) dem Menschen und sich selbst gegenüber, würde einem auch nicht einfallen: jemanden das Bein abzuhacken. Also, warum die Seele so unter Stress setzen und malträtieren?

Und wenn,… wir uns aber necken wollen?
Dann gibt es zwei einfache Regeln, wie bei allen Grenzspielen:
1. Sprecht das „Schau“-Spiel vorher ab und stellt klare Regeln auf!
2. Benutzt ein Codewort um die Aktion jederzeit stoppen zu können. Nutzen heißt: sich stetig zu überprüfen, wie weit der andere von der Grenze entfernt ist und das rechtzeitige Aussprechen, nicht zu verpassen. Dies wiederum setzt voraus das man in sich ruht und bei sich ist und dabei den Partner als eigenständigen Menschen wahr nehmen kann.

Fazit: Auch ich habe jahrelang das Sprücheklopfen als spaßige, soziale Interaktion gesehen. Es ist nichts mehr als ein schlechtes Verhaltensmuster welches uns weiter weg von Liebe und Mitgefühl trägt, als es uns vorgaukelt.
(by the way was macht eigentlich gerade der Bundespräsident?)
Und so verlieren beide Seiten Selbstachtung und…
Der eine: den Schlagabtausch,
der andere: das Vertrauen seines Gegenspielers
.
Bleibt einfach mal freundlich!

lichst, das Entfant Terrible

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Veröffentlicht von

520universum

Hier schreibt, fotografiert und singt das 520 Universum über das Leben, dich und sich selbst. Für die Menschen, die gern zwischen den Zeilen lesen.

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